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100 Jahre Südlicher Dortmunder Schützenbund e. V. von 1895

Aus der Chronik zum 100jährigen Bestehen

Anno 1895, unsere Heimatstadt Dortmund war gerade mit 111.232 Einwohnern in die Reihe der Großstädte aufgenommen worden, riefen dem Schützenwesen verbundene Bürger den Südlichen Dortmunder Schützenbund ins Leben.

Es war ihr erklärter Wille, unter Ausschluss von Politik und Religion eine gute Gemeinschaft im Süden Dortmunds aufzubauen. Frei und ohne Ansehen des Berufes und des Standes pflegten sie den Schießsport und die Geselligkeit.
1914  wurde das Wirken des Vereins durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges jäh unterbrochen. Dadurch bedingt haben wir heute nur wenig Einblick in die Aktivitäten unseres Vereins während der ersten Jahre nach seiner Gründung. Wesentliche Unterlagen gingen verloren.
Lediglich die Bundesfahne des Jahres 1895 konnte als wichtiges Vereinsrequisit gerettet werden. Sie ist heute an besonderer Stelle im Hotel Drees ausgestellt.
Erst im Jahre 1928 erwachte das Vereinsleben wieder. Seinerzeit machten sich einige Männer des Dortmunder Südens, u.a. Emil Sander, Georg Semmler, Heinrich Doert, August Bardy, Willy Vietmeier und Bernhard Drees, Gedanken über das Weiterbestehen des Schützenbundes.
https://www.sdsb-dortmund.de/include/image.php?i=1/24&w=400&h=262&img=%2Fimage%2FHistorisches%2FTambourcorps.jpgDer von ihnen im September 1928 durchgeführte Fackelmarsch vom Lokal "Ewige Lampe" zum Lokal Semmler "Zur hohen Wacht" war der erste Auftritt des Schützenbundes in der Öffentlichkeit nach dem Krieg. Unter dem neu gewählten Vereinsvorsitzenden, Bäckermeister Doert, wurde neben dem traditionellen Bereich der Schießsport wieder aufgenommen und auch ein eigenes Trommlercorps gegründet.
Zur Zeit der größten Depression und der Massendemonstrationen, Dortmund verzeichnete 40.000 Erwerbslose, trafen sich am 20.3.1930 im Lokal "Kreuzhof" 15 Vereinsmitglieder, um eine neue, den veränderten Verhältnissen entsprechende Satzung zu entwerfen und dem Verein, nunmehr gerichtlich eingetragen, eine neue Basis zu geben. Unter diesen Mitgliedern befand sich auch der städt. Vollstreckungsbeamte August Bardy, dessen Sohn Günter heute als Major die Familientradition im Verein fortsetzt.
Zu ihrem Vorsitzenden wählte die Versammlung den Ingenieur Otto Schwarz. Schriftführer wurde Polizeiobermeister Paul Zimmermann, Kassierer blieb weiterhin der Gastwirt Georg Semmler.
Einige Jahre später, inzwischen war Adolf Hitler im Deutschen Reich an die Macht gekommen, wählten die Mitglieder in ihrer Versammlung (Bundesappell) am 17.3.1934 dann den Stadtinspektor Otto Schröder zum neuen Vorsitzenden. Unter seiner Führung erlebte der Verein für einige Jahre eine außerordentlich positive Entwicklung.

Die Beziehungen zu den Bürgern und zu den Nachbarvereinen im Dortmunder Süden konnten ausgebaut und weiter gefestigt werden. Man beteiligte sich an Umzügen und traf sich zu monatlichen Appellen vorwiegend in den Gaststätten "Drees", "Semmler", "Steinerne Brücke" sowie "Zur Buschmühle". Schützenfeste der benachbarten Vereine wurden regelmäßig besucht. Familienausflüge ins "Blaue" oder sogenannte „Burgenfahrten" ins Münsterland (Kostenbeitrag 3,00 Reichsmark je Teilnehmer) fanden statt.

Die Annalen des Vereins berichten weiter von Herrenabenden mit Pfefferpotthast (Kostenbeitrag 50 Pfennige) sowie von eigenen Schützenfesten, die - wie auch die jährlichen Kostümbälle und Herbstfeste - regelmäßig im Goldsaal der Westfalenhalle veranstaltet wurden.

Dabei haben oftmals Mitglieder des Stadttheaters mitgewirkt.

https://www.sdsb-dortmund.de/include/image.php?i=1/26&w=400&h=318&img=%2Fimage%2FHistorisches%2FProklamation1936.jpgDaneben wird von Kinderweihnachtsfeiern sowie vom Kaffeetrinken der Damen in der "Steinernen Brücke" berichtet. Aber auch der Schießsport fand breiten Raum im Vereinsleben. Hier werden Preisschießen mit der Luftbüchse (1. Preis "ein halbes Hähnchen" oder "ein fettes Schwein, das vom Hauptmann gestiftet wurde" oder "eine Flasche Doppelkorn, die sofort verkümmelt wurde") in den Vereinsprotokollen erwähnt. Regelmäßige Schießübungen fanden überwiegend auf den Schießständen im "Fort Keilau" (Gaststätte Olschewski), Gotthelfstraße, Do-Hombruch, statt. Daneben wurden jedoch auch Stände in Dorstfeld, Schwerte und auf der Schanze genutzt. Die seinerzeit geplante Einrichtung einer Schießabteilung speziell für weibliche Mitglieder wurde nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges aufgegeben. Die Sportschützen zahlten beim Übungsschießen für drei Schuß mit der Luftbüchse 10 Pfennig, was für damalige Verhältnisse sehr viel Geld war. Sportliche Erfolge blieben nicht aus. Besonders hervorzuheben ist hier die Erringung der ersten Gaumeisterschaft 1938 im Kleinkaliberschießen mit militärischem Anschlag durch die Vereinsmannschaft auf der Schießanlage in Gelsenkirchen. Des Weiteren wurde am Städtekampf mit der Luftbüchse sowie an den Kreismeisterschaften teilgenommen.

Der nahende Krieg und die damit verbundenen wirtschaftlichen Erfordernisse wirkten bereits immer stärker auf das Vereinsleben ein. So wurde die Teilnahme am jährlichen "Opferschießen" des Winterhilfswerks zur Vereinspflicht. Der hier erhobene Beitrag betrug je Teilnehmer 50 Pfennige. Die vereinseigene Sterbekasse musste 1939 bei einem Bestand von 250 Reichsmark aufgelöst werden, weil die Beiträge hierzu nicht mehr aufgebracht werden konnten. Der Gau forderte den Schützenbund auf, "zur Stärkung der Schießleistungen" jeden zweiten Sonntag Schießübungen durchzuführen. Mit Kriegsbeginn änderte sich das Vereinsleben deutlich. So stellte man zunächst die Weihnachtsfeiern für die Kinder ein. Stattdessen sandten die Mitglieder "Liebesgaben" zu den an der Front kämpfenden Schützenbrüdern. Diese Übung beschränkte sich in Ermangelung der hierzu erforderlichen Naturalien nur auf wenige Monate. Danach wurden nur noch Kartengrüße an die Soldaten verschickt.

Im April 1940 wurde der Schießstand "Fort Keilau" von der Wehrmacht beschlagnahmt und die Lieferung der Großkaliber-Munition eingestellt. Die Munition für das Kleinkaliberschießen wurde zunächst noch zugeteilt, später jedoch auch nicht mehr geliefert. Der Schießsport konnte vorübergehend auf dem Schießstand der Vereinigten Stahlwerke ausgeübt werden, musste dann jedoch schließlich - da keine Munition mehr vorhanden war - eingestellt werden.
Danach bekam der Verein die durch den Krieg verursachten wirtschaftlichen Engpässe noch stärker zu spüren. So mussten die Becken des Trommlercorps, die Spitze des Tambourstabes sowie die errungenen Pokale für die "Metallsammlung des Führers" abgegeben werden.
Als eine der letzten Eintragungen während der Kriegsjahre im Vereinsprotokoll wird im Juli 1940 darüber berichtet, "dass der für dieses Jahr geplante Ausflug bis nach Friedensschluss verschoben werden soll".
Wenig später kam die Vereinstätigkeit gänzlich zum Erliegen.

Erst am 14.10.1950 begann sich der Verein neu zu regen. Ein knappes Jahr nach der Währungsreform wurden die Offiziersabende wieder eingeführt. Weitere Veranstaltungen des Bundes folgten. Das sportliche Schießen sowie Kompanieabende in den Gaststätten "Kreuzhof", "Propeller" und "Hohensyburg" wurden wieder durchgeführt.

Am 28. Juni 1952 konnten mit Franz I. (Freund) und Elfriede I. (Pieper) das vierte Königspaar der Vereinsgeschichte und erste Königspaar nach Kriegsende  inthronisiert werden.
1956 - der Verein hatte inzwischen 400 Mitglieder - erfolgte eine Aufteilung des Schützenbundes in eine I., II. und III. Kompanie.

Im gleichen Jahr stiftete der damalige König Ludwig I. (Rudolph) eine neue Bundesfahne. Die feierliche Fahnenweihe fand im Goldsaal statt. Die Fahne wurde 1993 vollständig renoviert und geht dem Verein noch heute bei den Ausmärschen und Umzügen voran.

Der II. Kompanie gelang es 1959, geeignete Räume für die Errichtung eines eigenen Schießstandes im Gebäude Dresdener Str. 31 anzumieten. Genau 10 Jahre später wurde der Schießstand auch den anderen Kompanien des Vereins zur Verfügung gestellt.
Zum ersten Präsidenten des Schützenbundes nach dem Krieg wurde der Dachdeckermeister Franz Freund gewählt. Ihm folgte der Schneidermeister Hans Heddergott. Weitere Vorstandsmitglieder waren der Schriftsetzer Arthur Dunkel (Schriftführer) und Oberinspektor a. D. Heinrich Groppel (Kassierer), an dessen Stelle wenig später der kaufm. Angestellte Kurt Kattler trat.
Neben der Durchführung eigener Veranstaltungen beteiligte sich der Bund auch rege an den Festen befreundeter Schützenvereine. Zur 100-Jahr-Feier des Westfälischen Schützenbundes vom 8.-9.6.1961 wurde eine Abordnung entsandt.
Desweiteren wurden durch den Vorstand der II. Kompanie Kontakte zu dem Schützenverein Näfels (Schweiz) geschlossen. Fahrten in die Schweiz und Gegenbesuche der Schweizer Schützen verfestigten die freundschaftlichen Bande.
1968 fand erneut ein Wechsel im Vorstand des Schützenbundes statt. Schriftführer war nun der technische Beamte Wilhelm Herlinghaus, Kassierer der Architekt Alfred Priegnitz.A. Priegnitz
Im selben Jahr konnte dann das erste Schützenfest nach dem Kriege in Verbindung mit einem Sportlerball im Eintrachthaus durchgeführt werden.
Nachdem im Jahre 1969 Hans Heddergott verstarb, wurde Alfred Priegnitz neuer Präsident.  
Seine Nachfolge als Kassierer trat Architekt Karl-Hermann Hammer an.
1971 wurde die Jugendabteilung des Schützenbundes gegründet. Neuer Schriftführer des Schützenbundes wurde im selben Jahr der Heizungsmonteur Hagen-Burkhardt Ittrich.
Die Vereinschronik verzeichnet dann für das Jahr 1973 das Schützenfest des Schützenkreises Dortmund-Schwerte, welches unter der Obhut unseres Vereins stattfand und allgemein als sehr gelungen gelobt wurde.
1976 wurde der Elektromechaniker Günter Bardy zum Vereinssportleiter gewählt. Unter seiner Führung kam auch die Vereinsjugendarbeit gut voran. Für die Sportschützen wurde regelmäßiger Ausgleichssport eingeführt. Erfolge unserer Schützen bei Kreis-, Bezirks- und Landesvergleichs-schießen stellten sich ein.

Am 8.12.1978 verstarb mit Major Ludwig Rudolph ein großer Gönner unseres Vereins. Sein Bild hat in unserem Vereinsheim einen dauerhaften Ehrenplatz gefunden.https://www.sdsb-dortmund.de/include/image.php?i=j&w=200&h=287&img=%2Fimage%2FHistorisches%2FK%C3%B6nig%20Ludwig.jpg
Als 1978 der stellvertretende Präsident August Menne verstarb, übernahm Karl-Hermann Hammer auch dieses Amt.

Im Jahre 1982 konnte unser Major Hans Müller als Hans I. die Stadtkönigswürde erringen. Zur Königin erwählte er sich Lilo I., seine Ehefrau.
Das Jahr 1985 brachte abermals einen Wechsel in der Vereinsführung. Schriftführer Hagen-Burkhardt Ittrich legte aus beruflichen Gründen sein Amt nieder. Seine Nachfolgerin wurde die Angestellte Jutta Saalmann. Gleichzeitig wurde der bisherige langjährige Jugendleiter, Chemotechniker Günter Kimm, als 1. Sportwart (Bundesschießwart) in den geschäftsführenden Bundesvorstand gewählt und in dieser Eigenschaft in das Vereinsregister eingetragen. Die Jugendleitung ging in die Hände von Jürgen Gojny über, dem später Carsten Bartram folgte. Seit März 1994 ist nun Dirk Weiss unser Jugendleiter.
Das Jahr 1985 war für unseren Verein von großer Bedeutung.
Wir begingen unsere 90-Jahr-Feier mit einem zünftigen Schützenfest in der Mehrzweckhalle des Westfalenparks.
Die Königswürde errang Wolfgang I. (Eichner); als Königin erwählte er  Dagmar I. (Kleffner).
Des Weiteren begann die Renovierung des Schießheimes in Eigenleistung durch unsere Schützen. Für das leibliche Wohl der Arbeiter sorgten dabei unsere Schützendamen.
Nach insgesamt 4.525 geleisteten Arbeitsstunden konnte dann die renovierte Sportanlage am 5.9.1986 in Anwesenheit des Bürgermeisters Spaenhoff eröffnet werden.
Auf der am 12.4.1986 durchgeführten Delegiertentagung wurde unser Präsident Alfred Priegnitz zum 1. Vorsitzenden des Bezirks Hellweg gewählt.
Erstmals in der Vereinsgeschichte durften 1987 auch die Schützendamen auf den Rumpf des Vogels schießen und damit um die Königswürde ringen. Die Stimmung während des Vogelschießens wurde mit "bombig" bezeichnet, und mit Irmgard I. (Kühl) hatten wir auch sofort eine Königin. Zu ihrem Prinzgemahl erkor sie sich ihren Ehemann Karl-Heinz.

Im selben Jahr fuhr auf Einladung des Schützenvereins 1912 e.V. Breitenbrunn, der anlässlich seines 75-jährigen Bestehens Kontakte zu einem hiesigen SchützenveBreitenbtun i.d.Opf.rein suchte, eine Abordnung unseres Vereins nach Breitenbrunn. Seither besteht zwischen den Breitenbrunner und den Südlichen Dortmunder Schützen eine freundschaftliche Beziehung, die durch gegenseitige Besuche gepflegt wird.Breitenbtun i.d.Opf.

Weiter durften wir bei der Kreisdelegiertentagung für ein Jahr die Standarte des Schützenkreises Dortmund-Schwerte in Verwahrung nehmen.
1988 wurde erstmals ein Trainingslager für alle an der Ausübung des Schießsports interessierten Vereinsmitglieder in Schmallenberg durchgeführt. Die dabei gemachten positiven Erfahrungen veranlassten die Vereinsführung, weitere Trainingslager in Warstein und Serkenrode zu veranstalten.
Karl-Hermann Hammer stand für eine weitere Kandidatur als Bundeskassierer nicht zur Verfügung. Als neuer Kassierer wurde der städt. Verwaltungsangestellte Dieter Lohr in den Bundesvorstand gewählt. 1990 erfolgte dann ein Generationswechsel in der Vereinsführung. Unser allseits geschätzter Präsident Alfred Priegnitz legte aus Altersgründen sein Amt nieder. Die Generalversammlung wählte daraufhin Karl-Hermann Hammer zum Präsidenten. Wegen seiner besonderen Verdienste um den Schützenbund ernannte der Bundesvorstand Alfred Priegnitz zum Ehrenvorsitzenden. 1991 wurde Alfred Priegnitz zum Ehrenvorsitzenden des Schützenkreises Dortmund-Schwerte ernannt. Die folgenden Jahre verzeichneten die Teilnahme von Vereinsmitgliedern an geselligen Veranstaltungen, wie z. B. den wöchentlichen Kompanieabenden, den Ausmärschen und Ausflügen, den jährlichen Karnevalsfeiern, den St.-Martins-Umzügen im Westfalenpark sowie den Schützenfesten, jedoch auch am Schießtraining im Vereinsheim und im LLZ Dortmund sowie an Schießsportveranstaltungen. Unsere Mannschaften und Einzelschützen nahmen regelmäßig an den Rundenwettkämpfen sowie an den Kreis-, Bezirks- und Landesmeisterschaften des Westfälischen Schützenbundes teil. Inzwischen erreichten einige unserer Sportschützen die Teilnahme an den Landesmeisterschaften, ein Sportschütze sogar die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften in München. Wir sind stolz auf sie! Derzeit gehören dem Südlichen Dortmunder Schützenbund e. V. von 1895 insgesamt 144 Mitglieder an, denen für ihre Treue zum Verein zu danken ist. Nun freuen wir uns auf unser Jubiläumsschützenfest und hoffen auf frohe und gesellige Stunden im Kreis von Freunden und Gästen. Wünschen wir dem 25. König in unserer Vereinsgeschichte Glück und eine erfolgreiche Regentschaft - vielleicht haben wir ja wieder einmal eine Königin -.

Fotoalbum von 1936 König Fritz I. und Königin Franziska I.

1936 Koenig Fritz1.

(Freundlicherweise von Frau Christa Bockmühl,
Anverwandte von Franziska Hibbeln zur Verfügung gestellt)