Chronik
des Südlichen Dortmunder Schützenbundes e.V.
von 1895

 


Anno 1895, unsere Heimatstadt Dortmund war gerade mit 111.232 Einwohnern in die Reihe der Großstädte aufgenommen worden, riefen dem Schützenwesen verbundene Bürger den Südlichen Dortmunder Schützenbund ins Leben. Es war ihr erklärter Wille, unter Ausschluss von Politik und Religion eine gute Gemeinschaft im Süden Dortmunds aufzubauen. Frei und ohne Ansehen des Berufes und des Standes pflegten sie den Schießsport und die Geselligkeit. 1914 wurde das Wirken des Vereins durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges jäh unterbrochen.

Dadurch bedingt haben wir heute nur wenig Einblick in die Aktivitäten unseres Vereins während der ersten Jahre nach seiner Gründung. We­sentliche Unterlagen gingen verloren. Lediglich die Bundesfahne des Jahres 1895 konnte als wichtiges Vereinsrequisit gerettet werden. Sie ist heute an besonderer Stelle in der vereinseigenen Sportanlage ausgestellt. Erst im Jahre 1928 erwachte das Vereinsleben wieder. Seinerzeit machten sich einige Männer des Dortmunder Südens, u. a. Emil Sander, Georg Semmler, Heinrich Doert, August Bardy, Willy Viethmeier und Bernhard Drees, Gedanken über das Weiterbestehen des Schützenbundes. Der von ihnen im September 1928 durchgeführte Fackelmarsch vom Lokal „Ewige Lampe“ zum Lokal Semmler „Zur hohen Wacht“ war der erste Auftritt des Schützenbundes in der Öffentlichkeit nach dem Krieg. Unter dem neu gewählten Vereinsvorsitzenden, Bäckermeister Doert, wurde neben dem traditionellen Bereich der Schießsport wiederaufgenommen und auch ein eigenes Trommlercorps gegründet.

 

 


Zur Zeit der größten Depression und der Massendemonstrationen, Dortmund verzeichnete 40.000 Erwerbslose, trafen sich am 20. März1930 im Lokal „Kreuzhof“ 15 Vereinsmitglieder, um eine neue, den veränderten Verhältnissen entsprechende Satzung zu entwerfen und den Verein, nunmehr gerichtlich eingetragen, eine neue Basis zu geben. Unter diesen Mitgliedern befand sich auch der städt. Vollstreckungsbeamte August Bardy, dessen Sohn Günter später als Oberstleutnant die Familientradition im Verein fortsetzte. Zu ihrem Vorsitzenden wählte die Versammlung den Ingenieur Otto Schwarz. Schriftführer wurde Polizeiobermeister Paul Zimmermann, Kassierer blieb weiterhin der Gastwirt Georg Semmler.

Einige Jahre später, inzwischen war Adolf Hitler im Deutschen Reich an die Macht gekommen, wählten die Mitglieder in ihrer Versammlung (Bundesappell) am 17. März 1934 dann den Stadtinspektor Otto Schröder zum neuen Vorsitzenden.

 

 


Unter seiner Führung erlebte der Verein für einige Jahre eine außeror­dentlich positive Entwicklung. Die Beziehungen zu den Bürgern und zu den Nachbarvereinen im Dortmunder Süden konnten ausgebaut und weiter gefestigt werden. Man beteiligte sich an Umzügen und traf sich zu monatlichen Appellen vorwiegend in den Gaststätten „Drees“, „Semmler“, „Steinerne Brücke“ sowie „Zur Buschmühle“. Schützenfeste der benachbarten Vereine wurden regelmäßig besucht.

Familienausflüge ins „Blaue“ oder sogenannte „Burgenfahrten“ ins Münsterland (Kostenbeitrag 3,00 Reichsmark je Teilnehmer) fanden statt. Die Annalen des Vereins berichten weiter von Herrenabenden mit Pfefferpotthast (Kostenbeitrag 50 Pfennige) sowie von eigenen Schützenfesten, die - wie auch die jährlichen Kostümbälle und Herbstfeste - regelmäßig im Goldsaal der Westfalenhalle veranstaltet wurden. Dabei haben oftmals Mitglieder des Stadttheaters mitgewirkt.

 

 

Daneben wird von Kinderweihnachtsfeiern sowie vom Kaffeetrinken der Damen in der „Steinernen Brücke“ berichtet.

Aber auch der Schießsport fand breiten Raum im Vereinsleben.


Hier werden Preisschießen mit der Luftbüchse (1. Preis „ein halbes Hähnchen“ oder „ein fettes Schwein, das vom Hauptmann gestiftet wurde“ oder „eine Flasche Doppelkorn, die sofort verkümmelt wurde“) in den Vereinsprotokollen erwähnt.

Regelmäßige Schießübungen fanden überwiegend auf den Schießständen im „Fort Keilhau“ (Gaststätte Olschewski), Gotthelfstraße, Do-Hombruch, statt. Daneben wurden jedoch auch Stände in Dorstfeld, Schwerte und auf der Schanze genutzt. Die seinerzeit geplante Einrichtung einer Schießabteilung speziell für weibliche Mitglieder wurde nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges aufgegeben.

Die Sportschützen zahlten beim Übungsschießen für drei Schuss mit der Luftbüchse 10 Pfennig, was für damalige Verhältnisse sehr viel Geld war.


Sportliche Erfolge blieben nicht aus. Besonders hervorzuheben ist hier die Erringung der ersten Gaumeisterschaft 1938 im Kleinkaliberschie­ßen mit militärischem Anschlag durch die Vereinsmannschaft auf der Schießanlage in Gelsenkirchen.

Des Weiteren wurde am Städtekampf mit der Luftbüchse sowie an den Kreismeisterschaften teilgenommen. Der nahende Krieg und die damit verbundenen wirtschaftlichen Erfordernisse wirkten bereits immer stärker auf das Vereinsleben ein.

So wurde die Teilnahme am jährlichen „Opferschießen“ des Winterhilfswerks zur Vereinspflicht. Der hier erhobene Beitrag betrug je Teilnehmer 50 Pfennige. Die vereinseigene Sterbekasse musste 1939 bei einem Bestand von 250 Reichsmark aufgelöst werden, weil die Beiträge hierzu nicht mehr aufgebracht werden konnten.

Der Gau forderte den Schützenbund auf, „zur Stärkung der Schießleistungen“ jeden zweiten Sonntag Schießübungen durchzuführen.

 

 


Mit Kriegsbeginn änderte sich das Vereinsleben deutlich. So stellte man zunächst die Weihnachtsfeiern für die Kinder ein. Stattdessen sandten die Mitglieder „Liebesgaben“ zu den an der Front kämpfenden Schützenbrüdern.
Diese Übung beschränkte sich in Ermangelung der hierzu erforderlichen Naturalien nur auf wenige Monate. Danach wurden nur noch Kartengrüße an die Soldaten verschickt.

Im April 1940 wurde der Schießstand „Fort Keilhau“ von der Wehrmacht beschlagnahmt und die Lieferung der Großkaliber-Munition eingestellt. Die Munition für das Kleinkaliberschießen wurde zunächst noch zugeteilt, später jedoch auch nicht mehr geliefert. Der Schießsport konnte vorübergehend auf dem Schießstand der Vereinigten Stahlwerke ausgeübt werden, musste dann jedoch schließlich - da keine Munition mehr vorhanden war - eingestellt werden.

 

 

Danach bekam der Verein die durch den Krieg verursachten wirtschaftlichen Engpässe noch stärker zu spüren. So mussten die Becken des Trommlercorps, die Spitze des Tambourstabes sowie die errungenen Pokale für die „Metallsamm­lung des Führers“ abgegeben werden. Als eine der letzten Eintragungen während der Kriegsjahre im Vereinsprotokoll wird im Juli 1940 darüber berichtet, dass „der für dieses Jahr geplante Ausflug bis nach Friedensschluss verschoben werden soll“

Wenig später kam die Vereinstätigkeit gänzlich zum Erliegen.

 

Punkt 5: Der für dieses Jahr geplante Ausflug wird verschoben bis nach dem Friedensschluss. Der Hauptmann macht noch darauf aufmerksam, dass die Pokale für die Metallsammlung des Führers abgegeben sind. Nach einer Anregung des Kameraden Schenk sollen die Namen der Pokalschützen, die bisher die bisher auf denselben eingraviert waren, auf einer besonderen Plakette verewigt werden und so unserer Nachwelt erhalten bleiben.  Der nächste Appell findet am 3. August im „Steinernen Turm“ statt.

 

 

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Erst am 14. Oktober 1950 begann sich der Verein neu zu regen. Knapp zwei Jahre nach der Währungsreform wur­den die Offiziersabende wiedereingeführt. Weitere Veranstaltungen des Bundes folgten. Das sportliche Schießen sowie Kompanieabende in den Gaststätten „Kreuzhof“, „Propeller“ und „Hohensyburg“ wurden wieder durchgeführt.

 

Am 28. Juni 1952 konnten mit Franz I. (Freund) und Elfriede I. (Pieper) das vierte Königspaar der Vereinsgeschichte und erste Königspaar nach Kriegsende inthronisiert werden.

 

1956 - der Verein hatte inzwischen 400 Mitglieder - erfolgte eine Aufteilung des Schützenbundes in eine I., II. und III. Kompanie. Im gleichen Jahr stiftete der damalige König Ludwig I. (Rudolph) eine neue Bundesfahne. Die feierliche Fahnenweihe fand im Goldsaal statt. Die Fahne geht dem Verein nach einer vollständigen Renovierung im Jahre 1993 noch heute bei den Ausmärschen und Umzügen voran.

 

 


Der II. Kompanie gelang es 1959, geeignete Räume für die Errichtung eines eigenen Schießstandes im Gebäude Dresdener Str. 31 anzumieten. Genau 10 Jahre später wurde der Schießstand auch den anderen Kompanien des Vereins zur Verfügung gestellt.

 

Zum ersten Präsidenten des Schützen-bundes nach dem Krieg wurde der Dach-Decker Meister Franz Freund gewählt. Ihm folgte der Schneidermeister Hans Heddergott. Weitere Vorstandsmitglie­der waren der Schriftsetzer Arthur Dunkel (Schriftführer) und Oberinspektor a. D. Heinrich Groppel (Kassierer), an dessen Stelle wenig später der kaufm. Angestellte Kurt Kattler trat. Neben der Durchführung eigener Veranstaltungen beteiligte sich der Bund auch rege an den Festen befreundeter Schützenvereine.

 

 

Zur 100-Jahr-Feier des Westfälischen Schützenbundes vom 8. Juni - 9. Juni 1961 wurde eine Abordnung entsandt.


Des Weiteren wurden durch den Vorstand der II. Kompanie Kontakte zu der Standschützengesellschaft Näfels (Schweiz) geschlossen. Fahr­ten in die Schweiz und Gegenbesuche der Schweizer Schützen verfestigten die freundschaftlichen Bande.

 

1968 fand erneut ein Wechsel im Vorstand des Schützenbundes statt. Schriftführer war nun der technische Beamte Wilhelm Herlinghaus, Kassierer der Architekt Alfred Priegnitz. Im selben Jahr konnte dann das erste Schützenfest nach dem Kriege in Verbindung mit einem Sportlerball im Eintrachthaus durchgeführt werden. Nachdem im Jahre 1969 Hans Heddergott verstarb, wurde Alfred Priegnitz neuer Präsident. Seine Nachfolge als Kassierer trat Architekt Karl-Hermann Hammer an.

 

 

1971 wurde die Jugendabteilung des Schützenbundes gegründet. Neuer Schriftführer des Schützenbundes wurde im selben Jahr der Heizungsmonteur Hagen-Burkhardt Ittrich.

Die Vereinschronik verzeichnet dann für das Jahr 1973 das Schützenfest des Schützenkreises Dortmund-Schwerte, welches unter der Obhut des Südlichen Dortmunder Schützenbund stattfand und allgemein als sehr gelungen gelobt wurde.

 

1976 wurde der Elektromechaniker Günter Bardy zum Vereinssportleiter gewählt. Unter seiner Führung kam auch die Vereinsjugendarbeit gut voran. Für die Sportschützen wurde regelmäßiger Ausgleichssport eingeführt. Erfolge der Mitglieder bei Kreis-, Bezirks und Landesvergleichsschießen stellten sich ein.

 

Als 1978 der stellvertretende Präsident August Menne verstarb, übernahm Karl-Hermann Hammer auch dieses Amt.

 

 

 

 

Am 8. Dezember 1978 verstarb mit Major Ludwig Rudolph ein großer Gönner des Schützenbundes. Sein Bild hat im Vereinsheim einen dauerhaften Ehrenplatz gefunden.

 

 

Im Jahre 1982 konnte Major Hans Mül­ler als Hans I. die Stadtkönigswürde erringen. Zur Königin erwählte er sich seine Ehefrau, Lilo I.

 

Das Jahr 1985 brachte abermals einen Wechsel in der Vereinsführung. Schriftführer Hagen-Burkhardt Ittrich legte aus beruflichen Gründen sein Amt nieder. Seine Nachfolgerin wurde die Angestellte Jutta Ittrich (heutige Jutta Saalmann). Gleichzeitig wurde der bisherige langjährige Jugendleiter, Chemotechniker Günter Kimm, als 1. Sportwart (Bundesschießwart) in den geschäftsführenden Bundesvorstand gewählt und in dieser Eigenschaft in das Vereinsregister eingetragen.

Die Jugendleitung ging in die Hände von Jürgen Gojny über, dem später Carsten Bartram folgte.

 

Das Jahr 1985 war für den Verein von großer Bedeutung. Die 90-Jahr-Feier mit einem zünftigen Schützenfest fand in der Mehrzweckhalle des Westfalenparks statt. Die Königswürde errang Wolfgang I. (Eichner); als Königin erwählte er Dagmar I. (Kleffner).

Zudem begann die Renovierung des Schießheimes in Eigenleistung durch Mitglieder des Vereins. Für das leibliche Wohl der Arbeiter sorgten dabei die Schützendamen. Nach insgesamt 4.525 geleisteten Arbeitsstunden konnte dann die renovierte Sportanlage am 5. September 1986 in Anwesenheit des Bürgermeisters Spaenhoff eröffnet

 werden.

 

 

 Auf der am 12. April 1986 durchgeführten Delegiertentagung wurde Präsident Alfred Priegnitz zum 1. Vorsitzenden des Bezirks Hellweg gewählt.


Erstmals in der Vereinsgeschichte durften 1987 auch die Schützendamen auf den Rumpf des Vogels schießen und damit um die Königswürde ringen. Die Stimmung während des Vogelschießens wurde mit „bombig“ bezeichnet und mit Irmgard I. (Kühl) hatte der Verein die erste Königin. Zum Prinzgemahl erkor sie sich ihren Ehemann Karl-Heinz.

 

 

Im selben Jahr fuhr auf Einladung des Schützenvereins 1912 e.V. Breitenbrunn, der anlässlich seines 75-jährigen Beste­hens Kontakte zu einem hiesigen Schützenverein suchte, eine Abordnung des Vereins nach Breitenbrunn.  Seither besteht zwischen den Breitenbrunner und den Südlichen Dortmunder Schützen eine freundschaftliche Beziehung, die durch gegenseitige Besuche gepflegt wird.

 

 

 

 

Weiter konnte der Verein bei der Kreisdelegiertentagung für ein Jahr die Standarte des Schützenkreises Dortmund-Schwerte in Verwahrung nehmen.

1988 fand erstmals ein Trainingslager für alle an der Ausübung des Schießsports interessierten Vereinsmitglieder in Schmallenberg statt. Die dabei gemachten positiven Erfahrungen veranlassten die Vereinsführung, weitere Trainingslager in Warstein und Serkenrode zu veranstalten.

Karl-Hermann Hammer stand für eine weitere Kandidatur als Bundeskassierer nicht zur Verfügung. Als neuer Kassierer wurde der städt. Verwaltungsangestellte Dieter Lohr in den Bundesvorstand gewählt.

1990 erfolgte dann ein Generationswechsel in der Vereinsführung. Der allseits geschätzte Präsident Alfred Priegnitz legte aus Altersgründen sein Amt nieder. Die Generalversammlung wählte daraufhin Karl-Hermann Hammer zum Präsidenten. Wegen seiner besonderen Verdienste um den Schützenbund ernannte der Bundesvorstand Alfred Priegnitz zum Ehrenvorsitzenden.

1991 wurde Alfred Priegnitz zum Ehrenvorsitzenden des Schützenkreises Dortmund-Schwerte ernannt.

Die folgenden Jahre verzeichneten die Teilnahme von Vereinsmitgliedern an geselligen Veranstaltungen, wie z. B. den wöchentlichen Kompanieabenden, den Ausmärschen und Ausflügen, den jährlichen Karnevalsfeiern, den St.-Martins-Umzügen im Westfalenpark sowie den Schützenfesten, jedoch auch am Schießtraining im Vereinsheim und im LLZ Dortmund sowie an Schießsportveranstaltungen. Die Mannschaften und Einzelschützen des SDSB nahmen regelmäßig an den Rundenwettkämpfen sowie an den Kreis-, Bezirks- und Landesmeisterschaften des Westfälischen Schützenbundes teil.

Inzwischen erreichten einige Sportschützen des Vereins sogar die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften in Mün­chen. Stolz blickt der Verein auf die Leistungen der Sportler zurück.

 

1995 feierte der SDSB sein 100-jähriges Jubiläum.  Doch bevor mit den Festlichkeiten für das Jubiläum begonnen werden konnte, starb plötzlich und unerwartet der geschätzte Ehrenpräsident Alfred Priegnitz. Zu seinem Gedenken begann das Vogelschießen auf dem Schulhof der Liebig-Grundschule am Samstag, den 27. Mai 1995, mit einer Schweigeminute und drei Salutschüssen. Vorangehend würdigte Präsident Karl-Hermann Hammer die Verdienste des Verstorbenen um das Schützenwesen.

Das Schießen nahm dann seinen normalen Verlauf. Nachdem alle Trophäen abgeschossen waren, kämpften letztendlich ein Kaiser- und zwei Königsanwärter um den Rumpf. Horst Pohl, der amtierende König, Günter Kimm und Werner Saalmann bemühten sich eifrig, den Vogel zu bezwingen. Nach zähem Ringen gelang es schließlich Werner Saalmann, den Rest des Vogels von der Stange zu holen. Zu seiner Königin nahm er sich seine Ehefrau Jutta. Als Adjutantenpaar stellten sich Horst und Brigitte Postrach zur Verfügung.

 

Nach einer kurzen Verschnaufpause folgte das Jubiläumsschützenfest vom 03. Juni bis 05. Juni 1995. Viele fleißige Helfer hatten den Saal im Parkhaus Barop für das Hundertjährige geschmückt.

 

 

Am Pfingstsamstag, den 03. Juni 1995, konnten zur Mittagszeit der Befreundete Schützenverein aus Breitenbrunn in der Oberpfalz und die Blaskapelle des Ortes herzlich begrüßt werden. Dem scheidenden Königspaar Horst I. und Monika I. sowie dem Jungschützenkönigspaar Dirk I. und Ramona I. sprach der Präsident Karl-Hermann Hammer den Dank des Vereins aus. Als fünfundzwanzigster Vereinskönig ging Werner I. mit seiner Ehefrau, Königin Jutta I., in die Vereinsgeschichte des Südlichen Dortmunder Schützenbundes ein. Auch für das neue Jungschützenkönigspaar Dennis I. und Jeanette I. erfolgte die Krönung.

Durch das anschließende Festprogramm begleitete Schützenkamerad Lothar Kimm als Conférencier.

Der Pfingstsonntag, 04. Juni 1995, begann um 10.00 Uhr mit einem Festgottesdienst im Parkhaus Barop. Anschließend erfolgte ein bayrischer Frühschoppen mit der Breitenbrunner Blaskapelle.

Nach dem Umzug durch Barop konnten zahlreiche Ehrengäste aus Sport und Politik, allen voran der Oberbürgermeister der Stadt Dortmund Günter Samtlebe, begrüßt werden. Mit Festreden gratulierten sie dem Schützenbund und überreichten Geschenke zum hundertjährigen Bestehen.

Ein Höhepunkt an diesem Tag war die Aufführung des großen Zapfenstreiches. Hervorragend von der Breitenbrunner Blaskapelle und dem Spielmannszug Höchsten vorgetragen und vom Regimentsadjutanten Andreas Wichmann geleitet. Die Blaskapelle Breitenbrunn hatte den Zapfenstreich extra für diesen Anlass eingeübt. Die musikalische Gestaltung für den Rest des Abends lag auch in ihren Händen.

 

Den Abschluss der Festtage bildete das Katerfrühstück am Pfingstmontag, den 05. Juni 1985, in der „Keglerklause“.  Die Freunde aus Breitenbrunn und die Blaskapelle wurden herzlich verabschiedet.

Ein schönes Fest - es hat bei allen einen bleibenden Eindruck hinterlas­sen -.

Im darauffolgenden Jahr, 1996, wurde der Verein durch die Ministerin für Stadtentwicklung, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-  Westfalen, Frau Ilse Brusis, im Schloss Nordkirchen mit der Sportplakette des Bundespräsidenten ausgezeichnet.


Mit Stolz und Freude nahm die Delegation unter Führung des Präsidenten Karl-Hermann Hammer diese Ehrung entgegen.

 

Ein weiteres Trainingslager nach Serkenrode ins „Haus Agatha“ mit viel schießsportlichem Programm folgte.

Zum ersten Mal konnte der Verein am größten Schützenfest der Welt in Hannover mit vielen Mitgliedern teilnehmen.

 

 

Der Wettergott war an diesem Tag nicht wohlgesonnen, aber trotzdem war es für viele ein hervorragendes Ereignis.

Einige Mitglieder besuchten das Tillyfest in Breitenbrunn. Bei dem Mittelalterspektakel wird ganz Breitenbrunn ins Zeitalter des Grafen Tilly um 1630 zurückversetzt.

Das nächste Königspaar, das 1997 gekrönt wurde, waren König Dieter IV. (Lohr) und seine Ehefrau Helga I. Das Schießen fand an der Liebig-Grundschule und der Krönungsball im Parkhaus Barop statt. Mit ihnen zusammen wurde das Jungschützenkönigspaar Sandra I. und Kai I. inthronisiert.

Ein Damenausflug zum „Phantom der Oper nach Hamburg“ rundete die Ereignisse des Jahres 1997 ab. In den nächsten Jahren fand noch ein Trainingslager mit Brauereibesichtigung in Warstein und ein Königsball statt. Die Damen reisten nochmals, diesmal zum Musical „Miss Saigon“ nach Stuttgart.

 

Beim Königsschießen 1999 errang Walter I. (Siebeck) die Königswürde. Zur Königin erwählte er Renate I.(Fröhlich). Jugendkönig wurde Christopher I.

 

 

Ein weiterer Besuch zum Tillyfest der Stadt Breitenbrunn mit 29 Personen sowie ein Königsball und ein Trainingslager folgten.

Das Vogelschießen im Jahr 2001 an der Langermannschule wurde ge­prägt durch ein Wettschießen des Ehepaares Lohr. Am Ende war es Helga, die den Rumpf herabschoss. Ihren Ehemann Dieter nahm sie zum Prinzgemahl.

Mit Helga I. und Prinz Dieter wurde das Jungschützenkönigspaar Nadine und Pascal in der Gaststätte „Wilhelmshof“ gekrönt.

Ein Vereinsausflug und eine Parisreise unserer Damen rundeten das Jahr ab.

2002 feierte unser befreundeter Schützenverein 1912 Breitenbrunn das 90jährige Bestehen. 22 Mitglieder nahmen an diesem Jubiläum teil. Das große Fest war ein echtes Erlebnis und hat die Freundschaft der Vereine weiter vertieft.

Beim Königsball im „Wilhelmshof“ bekam Königin Helga I. ein neues Diadem überreicht. Durch Spenden der Damen und den Verzicht des Königspaares auf ein Erinnerungsgeschenk konnte dieses Kleinod angeschafft werden. Alle waren voll des Lobes über die Optik dieses Schmuckstücks.

 

Das Schützenfest 2003 stand dann unter keinem guten Stern. Zum ersten Mal konnte beim Vogelschießen kein Schützenkönig ermittelt werden. Das Abschießen der Rumpftrophäe wurde eingestellt, weil sich kein ernsthafter Bewerber für den Titel „Schützenkönig“ fand.

 

 

Bei einer außerordentlichen Versammlung wurden die Modalitäten geregelt, wie der Verein in den nächsten zwei Jahren repräsentiert werden sollte. Der Präsident oder sein Stellvertreter, ersatzweise Ex-Könige, sollten den Verein bei Festen und Bällen vertreten.

 

Bei der Inthronisierung, die eigentlich eine Exthronisierung des scheidenden Königspaares Helga I. und Prinz Dieter war, konnten alle befreundeten Vereine begrüßt werden. Die Feier war aber trotz der Misere ein großer Erfolg.

Es konnte zwar kein neues Königspaar präsentiert werden, aber an diesen Abend sah man eine strahlende Jugendkaiserin, Nadine I., mit Prinz Alexander.

Eine Veränderung fand im geschäftsführenden Vorstand statt; die langjährige Geschäftsführerin Jutta Saalmann trat nicht mehr zur Wahl an. Sie hatte dieses Amt im Verein über 20 Jahre innegehabt und mit Geschick und viel persönlichem Einsatz erfolgreich geleitet. Ihr Nachfolger wurde Peter Böhm.

Eine weitere Veränderung im Vorstand brachte das Jahr 2004. Günter Kimm, stellv. Präsident und 1. Sportleiter, trat nicht mehr zur Wahl an. Zum 1. Sportleiter wählte die Jahreshauptversammlung Andreas Kimm und zur stellv. Vorsitzenden Jutta Saalmann.

Im darauffolgenden Jahr, 2005, trat dann der langjährige Präsident Karl-Hermann Hammer den Rückzug aus dem Vorstand an. Sein Nachfolger wurde Günter Kimm, der nach einem Jahr Pause wieder Mitglied im geschäftsführenden Vorstand wurde.

 

 

Nach zwei Jahren ohne König konnte wieder ein neues Königspaar gefeiert werden. Werner II. (Saalmann) und seine Ehefrau Jutta II. wurden in der Gaststätte „Zur Taube“ feierlich inthronisiert.

 

Im Jahr darauf wurde ein Tag der offenen Tür und der traditionelle Königsball durchgeführt.

Nach dem Vogelschießen 2007 wurde es „kaiserlich“. Werner Saalmann schoss zum zweiten Mal hintereinander den Rumpf des Königsvogels ab und wurde daher als erster Kaiser des Südlichen Dortmunder Schützenbundes inthronisiert.

Kaiser Werner I. und Jutta I. feierten mit vielen Gästen im „Haus Heimsoth“.

Der Kaiserball fand ein Jahr später ebenfalls im selben Lokal statt.

Da im Jahr 2009 kein neuer Vorstand für die III. Kompanie gefunden werden konnte, beschloss der Bundesvorstand mit großem Bedauern die Auflösung der III. Kompanie.

Einige Mitglieder verließen darauf den Verein, aber die meisten wechselten in eine der verbliebenen Kompanien. Es war kein gutes Jahr, denn wiederum konnte kein Königsaspirant gefunden werden. Daraus folgte, dass kein Vogelschießen durchgeführt wurde.

Beim Schützenball wurde das Kaiserpaar ebenso wie die Jugendkaiserin Nadine mit Prinz Hasan aus ihren Ämtern verabschiedet.

 

Erneut fand ein Tag der offenen Tür statt, der in Verbindung mit dem Saarlandstraßenfest für Aufmerksamkeit sorgen sollte. Ein Preisschießen lockte auch einige neugierige Besucher an, aber eine nachhaltige Mitgliederwerbung konnte nicht erzielt werden.

Es kam das Jahr 2010. Mittlerweile hatten sich doch wieder einige Mitglieder bereitgefunden, Schützenkönig bzw. -königin werden zu wollen. Es schien aber so, als sei man das Schießen nicht mehr gewohnt. So zog sich der Wettkampf endlos lange bis tief in die Abendstunden hin. Schließlich musste das Schießen auf den Rumpf aus Gründen des Lärmschutzes abgebrochen werden. Man einigte sich darauf, eine Woche später das Schießen in der Sportanlage Dresdener Str. 31 fortzusetzen. Der Endkampf wurde mit dem Luftgewehr auf einen kleineren Vogel ausgetragen. Walter Siebeck gab den finalen Schuß ab.

König Walter II. konnte später im „Wilhelm-Hansmann-Haus“ mit seiner Ehefrau Ojunaa I. zum Königspaar inthronisiert werden.

Neben der Tradition und der Geselligkeit pflegten die Mitglieder aber auch weiterhin das sportliche Schießen mit Luftgewehr und Luftpistole sowie im Landesleistungszentrum in den Kleinkaliberdisziplinen

Durch die Neuregelung der Schießstandvorschriften musste die Kapazität des Schießstandes auf drei Stände verkleinert werden. Trotzdem gelang es immer wieder Mitgliedern, durch eifriges Trainieren an Meisterschaften bis hin zur Landesmeisterschaft teilzunehmen.

Auch bei Vergleichs- und Pokalschießen wurden gute Erfolge erzielt.

Im Jahr 2011 wandelte man das Wohnhaus Dresdener Str. 31, in dem der Schießstand seit 1959 Bestand hat, in Eigentumsanteile um. Es bestand nun die Befürchtung, dass der Mietvertrag für die Sportanlage nicht mehr verlängert würde. Darum wurde beschlossen, selbst Eigentümer zu werden.

Der Vorstand unter Führung des Präsidenten Günter Kimm leitete alle notwendigen Vorbereitungen ein. Mit Hilfe von Spenden, zinslosen Darlehen und Eigenmitteln konnten schließlich die Eigentumsanteile an den Räumen erworben werden. Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten und dem Eintrag ins Grundbuch nennt der Verein jetzt eine schöne Begegnungsstätte für Sport und Zusammenkünfte sein Eigen.

Das 100-jährige Bestehen des Freundschaftsvereins SV 1912 e.V. Breitenbrunn war Anlass, den Verein und die Stadt in der Oberpfalz zu besuchen. Es war ein gelungenes Fest, bei dem die Dortmunder Schützen herzlich empfangen und von der Bevölkerung großartig aufgenommen wurden.

2012 gab es dann einen neuen König. Wilfried I. (Minz) mit Ulla II. lösten das Kaiserpaar Werner I. und Jutta I. ab. Ihr Königsball folgte im nächsten Jahr im „Wilhelm-Hansmann-Haus“.

Es folgten einige Jahre ohne hervorstechende Ereignisse. Es fand nur der ganz normale Ablauf im Vereinsgeschehen statt. Leider schrumpfte nach und nach die Mitgliederzahl durch Ableben und Austritte.

Neue Mitglieder konnten so gut wie nicht gewonnen werden.  Das Problem der Mitgliedergewinnung haben viele Vereine in der heutigen Zeit. Trotzdem wird versucht, die Tradition des Schützenwesens und den Verein zu erhalten.

Der zweite Kaiser im Verein konnte im Jahr 2014 ermittelt werden. König Wilfried I. gelang es mit einem glücklichen Schuss, zum zweiten Mal die Rumpftrophäe zu erringen. Kaiser Wilfried I. und seine Ehefrau Kaiserin Ulla I. regierten für die nächsten zwei Jahre.

 

 

Bei der Kreisdelegiertentagung am 6. März 2015 übernahm der Verein die Kreisstandarte erneut für ein Jahr in seine Obhut. Bei dieser Versammlung wurde Präsident Günter Kimm für seine Verdienste um das Schützenwesen mit der Medaille des Schützenkreises Dortmund-Schwerte in Gold ausgezeichnet. Werner Saalmann erhielt für seine Verdienste das Ehrenkreuz des Deutschen Schützenbundes in Bronze.

Kaiserball 2015. Kaiser Wilfried I. mit Ulla I. (Minz), Präsident Günter Kimm mit Ehefrau Brigitte Adjutantenpaar Werner und Jutta Saalmann (Kaiserpaar 2007-2009) und Schützenmeister Werner Wolf mit Ehefrau Claudia vom SV 1912 e.V. Breitenbrunn

Lange konnte kein geeigneter Saal im Einzugsbereich des Vereins gefunden werden, um Feste und Bälle zu feiern. Schließlich fand sich eine Örtlichkeit. Der erste Königsball in den Räumen der Tanzschule Suhrmann in der Märkischen Straße 24 war ein voller Erfolg. Die ansprechenden Räume und der Gastgeber Holger Suhrmann sind gute Grundlagen für zukünftige Veranstaltungen.

Wieder einmal musste ein Vogelschießen mangels Anwärtern ausfallen, darum fand 2016 nur ein Schützenball statt.

Kaiser Wilfried I. und Kaiserin Ulla I. wurden bei diesem Ball feierlich aus ihren Pflichten entlassen. Der Verein musste danach erneut durch ehemalige Majestäten vertreten werden.

Die 30-jährige Freundschaft mit dem Schützenverein Breitenbrunn konnte mit einer Abordnung des Vereins in Breitenbrunn würdig gefeiert werden. Mit dem Besuch wurde das Adlerschießen nach Breitenbrunn gebracht. Mit viel Begeisterung waren alle dabei und zum Schluss gelang es einem Breitenbrunner Schützen, erster Freundschaftskönig zu werden.

Das letzte Vogelschießen vor dem 125-jährigen Bestehen fand 2018 beim BSV Aplerbeck statt. Präsident Günter Kimm schoss vor seiner Ehefrau Brigitte, die als letzte mit im Wettbewerb war, den Vogel ab. Er geht als Günter II. mit Brigitte III. in die Vereinschronik ein.

Der Königsball bei „Suhrmann“ am 12. Oktober 2019 mit vielen Gästen ist der letzte Höhepunkt in dieser Chronik.

Das 125-jährige Bestehen steht bevor. 

Voller Vorfreude wird ein schönes Fest erwartet mit einem neuen König, einer Königin oder vielleicht einem Kaiser.

Zum Gedenken an unsere verstorbenen Vereinsmitglieder

Die schönsten Momente im Leben sind die, bei denen man lächeln muss, wenn man sich zurückerinnert.

Erinnerungen die unser Herz berühren,
gehen niemals verloren!

Das Leben ist begrenzt.

Doch die Erinnerung ist unendlich…

 

Wir neigen uns in Ehrfurcht und Dankbarkeit vor unseren verstorbenen Vereinsmitgliedern.

Sie werden uns unvergessen bleiben.